Werte in Familien: Warum Werte das Familienleben stärken
By dortepflue
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Man sieht sie nicht, man hört sie nicht, man kann sie nicht greifen, und doch bilden sie die Basis, auf der Menschen ihr Zusammenleben gestalten. Im Normalfall sind wir nicht ständig damit beschäftigt, über sie nachzudenken. Besonders sichtbar werden sie, wenn sie fehlen. Besonders fühlbar sind sie, wenn gegen sie verstoßen wir. Die Rede ist von: unseren Werten. Und hier geht es natürlich um Werte in Familien.

Werte, das sind grundlegende und übereinstimmende Vorstellungen darüber, was in einer Gemeinschaft als richtig und erstrebenswert gilt. Sie bilden eine unverzichtbare Grundlage menschlichen Miteinanders. Wenn in einer sozialen Gruppe kein Konsens darüber besteht, welchen Werten sie sich verpflichtet fühlt, sind Konflikte wahrscheinlich. Dasselbe gilt (wen wundert’s?) auch für Familien. Da Konflikte, zumindest ab einer bestimmten Frequenz, gar nicht so viel Spaß machen und einem so richtig die Lebensqualität vermiesen können, ist es also eine gute Idee, dass du das für deine Familie mal anschaust. Ich möchte dich auf eine kleine Reise durch die Welt der Werte einladen und dir Lust darauf machen, deine Familienwerte zu suchen und zu finden und dir selbst glasklare Klarheit über folgende Fragen zu verschaffen:

Auf der Basis welcher Werte möchtest du deine Kinder erziehen? Warum?

Welche Werte sollen in eurem Miteinander als Familie wirksam sein?

Welche Werte möchtest du deinen Kindern vermitteln? Wie?

Wir haben Einiges vor, also schnall dich an: Zuerst gibt’s eine knackige Begriffsklärung. Dann erfährst du 5 Gründe, warum Werte dein Elternsein vertiefen und eine achtsame Familienkultur fördern und bekommst Tipps, wie du die zu deiner Familie und deinem Elternsein passenden Werte finden kannst und wie du deinen Kindern Werte vermittelst. Und, weil’s wichtig ist, klären wir nebenher auch noch, welche kleinen Stolperfallen es gibt und wie du sie galant und geschmeidig umgehen kannst. Bereit? Let’s get started!

Deine Familienethik ist ein Bündel aus Prämissen, Überzeugungen, Moral- und Wertvorstellungen, an denen sich deine Entscheidungen und Handlungen in der Familie und mit deinen Kindern ausrichten.

Ethik, Werte und Prämissen? kleine Begriffsklärung

Wenn wir über Werte sprechen, dann haben wir es mit einer Reihe von Kategorien aus der Philosophie zu tun. Du sollst weder eine Doktorarbeit schreiben noch eine lesen, also klären wir hier kurz, verkürzt und unwissenschaftlich die Begriffe, soweit sie für uns und unser Thema nützlich sind.

Ethik ist ein großer, sperriger und ein bisschen altmodisch anmutender Begriff. Du findest es vielleicht total unsexy, dich damit zu befassen. Stell dir einfach vor, deine Familienethik ist ein Buch, auf dem Buchdeckel prangt in großen schwungvollen Lettern der Titel: Was Familie xy als wahr und richtig erkannt hat. Es enthält alles, hinter das ihr nicht zurück wollt und was die Voraussetzungen eures gemeinsamen Familienlebens bildet. Voll wichtig, dieses Buch. Und ü-ber-haupt nicht unsexy.

Eine Prämisse ist eine Vorannahme (lat.: prae-mittere = vorausschicken), also eine Annahme vor allen anderen. Sie gilt und wird nicht immer wieder neu in Frage gestellt. Das könnte so etwas sein wie: „Bedürfnisse von Kindern und Erwachsenen sind gleich wichtig.“ Der Satz hat Kraft und beeinflusst im Weiteren auch dein Werteinventar. Denn wenn dieser Satz gilt, dann hat er automatisch den Wert der Gleichwürdigkeit im Gepäck oder den von Gerechtigkeit etc. 

Und dann unsere lieben Werte oder Wertvorstellungen. Sie sind eingebunden in viele verschiedene Wertesysteme: gesellschaftliche Werte, Universalwerte, deine Familienwerte etc. Auch für das Leben als Paar ist ein Konsens in Bezug auf die Werte total wichtig. Werte sind Bestandteil deiner Ethik und von ihnen leiten sich deine Handlungen und Entscheidungen ab.

5 Gründe, warum Werte dein Elternsein vertiefen und eine achtsame Familienkultur fördern 

Grund Nummer 1: Werte klären die Basis für dein Elternsein

Die wenigsten von uns machen sich schon, bevor sie Eltern werden, darüber Gedanken, was ihre pädagogischen Grundsätze sein werden und wie das eigentlich geht: Kindererziehung. (Mal ganz ehrlich, in der Schwangerschaft hat man auch echt andere Dinge zu tun, oder?) Dann ist das brandneue Menschlein plötzlich da, die Still- und Schwangerschaftsratgeber sind irgendwann nicht mehr relevant und dann tauchen plötzlich neue Fragen auf. Waldorf-Kita oder bilinguales Kinderhaus? Schlaftraining oder Familienbett? Frühförderung oder Freies Spiel?

Wenn du gute Entscheidungen treffen und diese Fragen für dich klären willst, bist du im Kontakt mit deinen WERTEN. Der erste Grund, warum Werte in Familien eine Rolle spielen, betrifft die Basis: Auf der Basis welcher Werte willst du dein Kind erziehen? 

Wenn du da nicht klar bist und dir nicht die Mühe machst, dich vor dir selbst einmal klar zu positionieren, dann wirst du bei solchen Entscheidungen immer wieder ins Schwimmen kommen. Es führt zu einer unglaublichen Vertiefung der eigenen Elternidentität, wenn dir klar ist, welche Werte dir als Basis für die Begleitung deiner Kinder und das Zusammenleben in Familie wichtig sind.

Wenn du dir für dein Kind wünschst, dass es mal eine Elite-Universität besucht, einmal viel Geld verdient und mega-erfolgreich wird, dann wirst du andere Entscheidungen treffen und deinen erzieherischen Alltag anders gestalten, als wenn die höchste Maxime dir die Eigenverantwortung des Kindes ist und dir völlig egal ist, was dein Kind mit seinem Leben anfängt, solange es glücklich ist (etwas polarisierend, ich weiß. Ich möchte nur, dass du den Punkt kriegst.)

Die Klärung dieser basalen Werte bringt dich in Kontakt mit philosophischen Fragen, mit deinem Menschenbild mit den Prämissen, die du für dein Elternsein und die Kindererziehung zugrunde legst und – unvermeidbar – mit deinem eigenen Lebensweg bis hierher.

Alles, was du tust und auch das, was du NICHT tust, macht einen Unterschied, und du musst entscheiden, welche Art von Unterschied du machen möchtest.

Grund Nummer 2: Werte erleichtern den Familienalltag

Im Alltag mit Kindern kommen jeden Tag unzählige kleine Situationen vor, in denen du als Mutter oder Vater Entscheidungen treffen musst. Als Streitschlichter unter Geschwistern (beide finden „der andere ist Schuld“), als Gesundheitsbeauftragte, die über die Eis-und Süßigkeiten-Dosis entscheiden soll, als Bildungssenatorin, die die Schulwahl verantwortet….

Die Liste deiner Rollen ließe sich so lange fortsetzen, dass du dir die Finger blutig scrollen würdest.

Wenn du deine Werte klar hast und du ein bisschen geübt darin bist, die Verbindung zwischen Werten und Regeln/Entscheidungen herzustellen, dann wird alles plötzlich federleicht. Ok, das war jetzt übertrieben. Aber es wird um EINIGES leichter.

Alle Entscheidungen, die du triffst, alle Regeln, die du – liebevoll, altersangemessen, nachvollziehbar und aus der Haltung der Wertschätzung natürlich – aufstellst, lassen sich auf Werte zurückführen. Oder von ihnen ableiten, je nach Blickrichtung.

Das heißt, wenn du dir einmal die Mühe gemacht hast, deine Familienwerte zu definieren UND auch zu klären, woran du erkennen würdest, dass diese Werte auch GELEBT und UNGESETZT werden (Geduld, Geduld, dazu kommen wir noch), dann wird sich nach und nach eine Instanz in dir selbst ausbilden, eine Bescheid-Wisser-Eminenz, wenn man so will. In Situationen, wo es hoch her geht oder wo du einfach als Mutter oder Vater angefragt bist, wird sie dir als deine innere Stimme ruhig und unaufgereg zuflüstern, was jetzt Phase ist.

Hier ein Beispiel für den Zusammenhang von Werten und Familienregeln.

Werte-in-Familien

Grund Nummer 3: Werte geben Orientierung. Allen Beteiligten.

Wenn die großen Leute ihre Werte klar haben und wenn es ihnen dann noch gelingt, das auf kindgerechte Weise immer mal wieder transparent zu machen, dann wissen auch die kleinen Leute mit der Zeit, wie der Hase läuft. Wenn sich Familienwerte etabliert haben und alle gemeinsam darauf achten, dass sie im Familienalltag auch gelebt werden, dann bilden sie mit der Zeit eine verlässliche Größe. Selbst, wenn die Familienregeln, die sich aus den Werten ableiten, von Zeit zu Zeit eine Veränderung oder Neujustierung erfahren, die Werte verhalten sich wie die Schwerkraft. Die ist auch einfach immer da. Es wird nicht eines Tages passieren, dass du aus dem Fenster schaust und fliegende Schweine siehst, weil irgendjemand beschlossen hat, dass die Schwerkraft nicht mehr gilt. 

Grund Nummer 4: Werte stärken das WIR-Gefühl

Gemeinsame Werte zu haben und gemeinsam darauf zu achten, dass sie gewahrt werden, das hat eine gemeinschaftsfördernde Wirkung. Wer kennt es nicht, dieses Gefühl „dazu zu gehören“? Egal, in welchem Kontext du das schon einmal erlebt hast, ob in der Yoga-Schule, in der Pfadfinder-Gruppe, beim Kurs „Veganer Kochen“ oder in der Barfuß-Nichtraucher-Disco, als überall noch gequalmt wurde, als gib’s nichts Gutes: Wann immer du ein entspanntes und wohliges Gefühl des Dazugehören empfindest, sind gemeinsame Werte im Spiel. Die gemeinsamen Werte verbinden, Unterschiede in anderen Facetten fallen erstmal nicht ins Gewicht. Ein Wir-Gefühl zu etablieren, dieses #teamfamily-feeling, das ist für alle Familienmitglieder eine stärkende Erfahrung. Wenn Werte liebevoll etabliert wurden, und wenn es auch stets erlaubt war, sie in Frage zu stellen, bleiben sie über verschiedenste Unwuchten hinweg wirksam.

Grund Nummer 5: Werte helfen, dass Paare ein gutes Team werden

Es ist sehr, sehr, sehr dolle unwahrscheinlich, dass du mit deinem Partner/deiner Partnerin in allen Punkten eurer Weltanschauung übereinstimmst. Vorlieben, Geschmäcker, Meinungen, Glaubenssätze, all das divergiert eben an so mancher Stelle. Das ist auch kein Thema und macht das gemeinsame Leben bunt und lebendig. Und auch manchmal anstrengend, ich weiß. Wenn in den ganz basalen Werten allerdings eine Diskrepanz herrscht, dann kann es schwierig werden bzw. es braucht dann ein umso höheres Maß an Achtsamkeit im Umgang damit. Eltern sollten versuchen, die Prämissen und Werte solange zu bewegen, bis es so etwas wie einen „kleinsten gemeinsamen Nenner“ gibt. Auch darf benannt werden, in welchen Punkten KEINE Einigkeit herrscht und wie damit umgegangen werden kann. Gelingt dieses Projekt, können Eltern wirklich als Team agieren, ohne sich ungewollt in den Rücken zu fallen. Auch für die Kinder ist das gut, denn dass Papa manche Dinge anders sieht als Mama, das ist nicht das Problem. Wichtig ist der Umgang damit. Für Kinder ist es ein Geschenk, wenn Eltern sich in den wesentlichen Erziehungsfragen einig sind. In einem offen und ernsthaft geführten Dialog über Familienwerte kann es Eltern gelingen, diese Einigkeit herzustellen

Die Werte, die du heute deinen Kindern vermittelst, geben unserer Welt von Morgen ihr Gesicht.

Wie du deine Familienwerte findest

Ok, alles klar, denkst du dir jetzt. Ich habe verstanden, dass es super-gut ist, Werte für seine Familie und sein Elternsein zu definieren. Aber wie mache ich das denn jetzt? Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die du so oder ähnlich mal ausprobieren kannst.

Erster Schritt

  1. Nimm dir ein großes Blatt Papier. Schreibe in die Mitte des Blattes „Mein Elternsein“, Ich als Mutter/Vater“ oder „Was mir in Familie wichtig ist“. 
  2. Schreibe um dieses Zentrum herum alle Werte, die du in deinem Familienleben unbedingt verwirklicht sehen möchtest. Du findest hier eine Liste von Werten, die ich für dich als Anregung zusammengestellt habe.
  3. Denke darüber mach, wann du dein Familienleben das letzte Mal als stimmig und rundherum schön erlebt hast und frage dich: Welche wesentlichen Werte hast du damals gelebt? Schreibe auch diese Werte auf.
  4. Denke an Situationen, in denen du mit irgendetwas nicht einverstanden warst. Frage dich hier: Gegen welchen Wert wurde hier verstoßen? Das gibt dir Auskunft über den Wert, der dir hier wichtig wäre.
  5. Jetzt schau auf das Bild. Welche Worte beschreiben vielleicht einen gemeinsamen Wert? Kannst du noch etwas bündeln oder zusammenfassen?
  6. Unterstreiche dann die fünf bis zehn wichtigsten Werte und schreibe sie noch einmal untereinander auf.

Tipp:

  • Mach in diesem Sammel-Prozess den inneren Zensor aus, denk nicht zu viel darüber nach. (Innere Stimme so: Ist das jetzt ein Wert oder nicht? Neee, das ist doch eher eine Norm oder eine Regel. Du so: Klappe halten. Ist nur ein Brainstorming. Wird nicht in Stein gemeißelt. Oder bei Facebook gepostet.) Wichtig ist, dass du in Kontakt mit den Dingen kommst, die dir wichtig sind und die du deinen Kindern gerne vermitteln möchtest.
  • Beschränke dich auf ein Werteinventar von 5 bis macimal 10 Werten. Es wird sonst zu unübersichtlich und stiftet eher Konfusion als Klarheit.

Zweiter Schritt

So weit, so gut. Du hast jetzt ein Inventar an wichtigen Werten gefunden und für dich festgehalten. Prima! Bis jetzt sind deine Werte aber nur schön klingende Worte auf einem Blatt Papier. Sie warten darauf, dass du sie nun zum Leben erweckst. Dazu füllst du sie nun mit deiner individuellen Bedeutung.

Folgende Fragen können dir helfen, deine Werte auszuschärfen und ihnen Leben einzuhauchen:

  • Was bedeutet dieser Wert ganz konkret für mich?
  • Woran würde ich erkennen, dass dieser Wert in meiner Familie gelebt wird?
  • Woran würde ein Außenstehender erkennen, dass dieser Wert in meiner Familie wirksam ist?
  • Woran erkenne ich, wenn dieser Wert von einem Menschen oder mir selbst verletzt wird?
  • Ist die meine ur-eigene Definition oder habe ich sie übernommen? Von wem?
  • Kann ich meinen Mitmenschen genau erklären, was dieser Wert für mich bedeutet?
  • Beschreibe deine persönliche Definition deiner Werte so genau wie möglich

Tipp:

Nimm dir hier wirklich Zeit. Du merkst schon, das ist keine Übung, die du mal eben in der Bahn oder in 10 min. abends vorm Einschlafen erledigst. Vielleicht scheint es dir aufwändig. Ich möchte dich aber wirklich ermutigen, es auszuprobieren. Ich kann die aus eigener Erfahrung sagen, dass es einen echten Unterschied bewirken kann und dass es eine ganz neue Achtsamkeit im Umgang miteinander auf den Plan rufen kann.

Dritter Schritt

Jetzt geht es ans Eingemachte: den Austausch mit dem Partner/der Partnerin.

Die beste Variante ist, dass erst einmal jeder für sich seine Werte findet. Wenn dein Partner oder deine Partnerin darauf keine Lust hat, dann kannst du ihn oder sie auch einladen, mit dir über deine gefundenen Werte in Austausch zu kommen. Wie auch immer ihr in diesen dritten Schritt hineinrauscht, jetzt geht es darum den schon erwähnten „kleinsten gemeinsamen Nenner“ zu finden und zu klären, wie mit Werten umgegangen wird, bei denen ihr nicht die gleiche Meinung vertretet.

  • Stellt euch gegenseitig eure gefundenen Werte vor.
  • Erforscht die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede.
  • Besprecht einen Umgang mit den Unterschieden. Hier ist ein Übungsfeld für Kompromisse.
  • Fasst eure Liste zusammen und findet eure WWWs, die wahnsinnig wichtigen Werte. Das sind die Werte, die euch am wichtigsten sind. Ihr wählst, dass du nicht hinter diese Werte zurück wollt.
  • Besprecht für jeden WWW, ob er schon gut gelebt wird oder nicht und wie ihr das in Zukunft verändern/verbessern könnt.

Tipp:

  • Beim Austausch über die Werte gilt: zuhören, interessiert und mit offenem Herzen zuhören. Denn hier gibt es etwas zu lernen über den jeweils anderen.
  • Nicht werten, nicht kritisieren, nicht verurteilen. Werte-Diskussionen berühren mitunter sensible innere Bereiche, da ist Achtsamkeit gefragt.
  • Die Übung zum Auffinden der Familienwerte solltet ihr ohne Kinder machen. Je nach Alter kann man die Kinder aber einbeziehen in das Formulieren von Familienregeln. Damit wären wir auch bei der Frage, wie du deinen Kindern Werte vermitteln kannst.

Erziehung ist Vorbild und Liebe, sonst nichts. 

Friedrich Fröbel 

Wie du deinen Kindern Werte vermitteln kannst

Werte, die auf Listen stehen, sind wertlos (tolles Wortspiel, höho.) Es liegt nun bei euch als Familie, sie zum Leben zu erwecken und dafür zu sorgen, dass ihr sie mit eurem Familienleben zum Ausdruck bringt. Du willst für deine Kinder nur das beste und du möchtest ihnen gerne Werte vermitteln, die du selbst als gut und richtig für dich erkannt hast. Aber wie geht das denn nun?

  • Vorbild sein: Kinder lernen zu einem immens großen Teil über Nachahmung. Das heißt, sie schauen in die Welt und beobachten, wie Menschsein geht. Alles was du tust (und das, was du nicht tust), hat eine Relevanz. Du hast einen wahnsinnigen Einfluss und eine riesige Verantwortung für die Entwicklung deiner Kinder, ob du das willst oder nicht. Du vermittelst also ständig Werte, mit allem, was du tust, sagst, entscheidest, wie du auf andere Menschen reagierst etc. Lebe deinen Kindern deine Werte vor. (Immer schön an Gandhi denken: Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.)
  • Authentisch sein: Du kannst nur Werte vermitteln, die du auch selbst wirklichwirklich wichtig findest. Werte zu vermitteln, hinter denen du nich stehst oder die du nur unreflektiert irgendwie übernommen hast, das wird nicht funktionieren.
  • Familienregeln: Es kann viel Spaß machen und die Wertevermittlung fördern, wenn du deine Kinder einlädst, gemeinsam Familienregeln aufzustellen. Dabei kommen die Kinder in Kontakt mit ihren Werten, wenn es dir gelingt, sie erst Vorschäge machen zu lassen. Unterstütze sie dabei, indem du sie fragst, was ihnen wichtig ist.
  • Benennen und Einordnen helfen: Werte als Kategorien und Begriffe sind für Kinder häufig zu abstrakt. Es hilft aber, Werte zu vermitteln, wenn du im gemeinsamen Alltag Werte benennst für die Kinder. Wenn z.B. gerade gemeinsames Aufräumen angesagt ist und die Kinder finden das natürlich blöd, dann kannst du so etwas sagen wie: „Weißt du, uns ist es in unserer Familie wichtig, dass wir ein gemütliches schönes Zuhause haben, es ist toll, wenn jeder mithilft.“ Und wenn ihr fertig seid, kannst du zufrieden feststellen: „Ach, es ist einfach schön, in einem so aufgeräumten Wohnzimmer. Und schon hast du vermittelt, dass jeder einen Beitrag leisten soll (Gemeinsinn) und dass Ordnung zu halten, ein Wert für dich ist.

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